Niedergang und Renaissance

Als 1995 der Verein gegründet wurde, war der reguläre Personenverkehr auf den verbliebenen Nebenbahnen im Raum Gerolstein bereits schon Geschichte. Auch die Güterverkehre kamen zum Erliegen und Ende der 1990er Jahre wurden die Strecke schließlich durch DB–Netz zur Abgabe ausgeschrieben. Den Gerolsteiner Nebenbahnen drohte das Aus und es war zu befürchten, dass in wenigen Jahren von Gerolstein aus nur noch Zugfahrten über die Eifelhauptstrecke in Richtung Köln oder Trier möglich sein würden. Wie am damals brach liegenden Bw Gerolstein sichtbar, schien die Zeit eines Eisenbahnknotens in Gerolstein mit Umstiegsmöglichkeiten auf eine Eifelnebenbahn endgültig der Vergangenheit anzugehören. Eines der Gründungsziele des Vereins beinhaltete daher sich neben der musealen Nutzung des Bw Gerolstein auch für den Erhalt der Nebenbahnen im Gerolsteiner Raum einzusetzen sowie einen Museumsbahnbetrieb einzurichten.

 

Das Schicksal der 1895 eröffneten Eifelquerbahn Gerolstein – Daun – Ulmen – Kaisersesch – Mayen als Querverbindung mitten durch die Vulkaneifel schien nach über 100jährigem Bestehen ungewiss. Hier war der Personenverkehr, der zuletzt nur noch aus wenigen Zügen an Werktagen bestanden hatte, am 11. Januar 1991 durch die damalige Bundesbahn nach 95 Jahren aufgegeben worden. Damit hatten die Kreisstadt Daun sowie Teile der Kreise Daun, Cochem / Zell und Mayen / Koblenz ihre Bahnanbindung verloren. Zunehmend breitete sich die Vegetation auf den Bahnanlagen aus, Bahnhofsgrundstücke wurden verkauft und einige Nebengleise bereits demontiert. Im Bahnhof der Kreisstadt Daun war 1991 der letzte planmäßige Personenzug abgefahren, obgleich hier noch Ende der 1960er Jahre etwa 70.000 Fahrkarten verkauft und gleich mehrere Güteranschlüsse bedient worden waren. In Daun hatte bis zum 31. Oktober 1981 gar noch eine Umstiegsmöglichkeit zu den Zügen in Richtung Wittlich bestanden. Der Dauner Bahnhof verfügte einst über zwei Bahnsteige, eine Unterführung, einen Lokschuppen, eine Bahnmeisterei und eine Dieseltankstelle. Obgleich die Eifelquerbahn einen Lückenschluss zwischen Eifel und Rhein bildet, drohte der Strecke zu jenem Zeitpunkt die Infrastrukturstillegung.

 

Während die Nebenbahnen Gerolstein – Prüm / Pronsfeld und Jünkerath – Losheim durch DB Netz AG nach erfolgloser Ausschreibung aufgegeben worden sind, erlebte die Eifelquerbahn eine Renaissance. Im Jahr 2000 wurden die Weichen für die Strecke neu gestellt. So rollten seit 2001 saisonal an Wochenenden und Feiertagen wieder Züge zwischen Gerolstein und Kaisersesch im ganztägigen 2h-Takt. Es bestand also wieder die Möglichkeit im Taktverkehr diesen über zehn Jahre nur durch Sonderverkehre befahrenen Abschnitt der Eifelquerbahn planmäßig zu bereisen und die Landschaft der Vulkaneifel vom Zug aus kennenzulernen. Die Eifelquerbahn veranschaulicht mit Telegrafenmasten sowie steigungs,- und kurvenreichem Streckenverlauf noch das typische Flair einer Nebenbahn in der Eifel.

 

Zwischen Kaisersesch und Mayen ist der tägliche moderne Nahverkehr im Stundentakt sogar wieder zum Alltag geworden. Wo einst nur noch unsere Sonderzüge verkehrten, konnte inzwischen erfolgreich ein attraktives SPNV–Angebot mit Zügen der Bahngesellschaft Trans Regio bis 2008 und aktuell der DB Regio etabliert werden. Für den Abschnitt Gerolstein – Kaisersesch laufen ebenso Bemühungen zur Reaktivierung des täglichen SPNV, wofür auch wir uns gemäß den Satzungszielen aktiv einsetzen. Mit dieser Reaktivierung würde die Eifelquerbahn ihrem Namen als durchgängige Bahnverbindung wieder gerecht werden.

 

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